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Die Geschichte des Automobiles

 

Siegfried Marcus
(18. September 1831 - 1. Juli 1898)

 

Der gebürtige Mecklenburger, der den Mechanikerberuf erlernt hatte, kam 1852 nach Wien, weil er wegen seiner jüdischen Abstammung in Deutschland kein Gewerbe ausüben durfte.

Seinen ersten finanziellen Erfolg brachte ihm ein magnet-elektrischer Zündapparat ( als "Wiener Zünder" bei der österreichischen Marine und den Pionieren, sowie bei der preußischen und der russischen Armee eingeführt), der bei der Weltausstellung 1867 in Paris gezeigt wurde.

Im Jahre 1870 montierte er einen direkt und einfach wirkenden Verbrennungsmotor in einem Handwagen. Als Treibstoff diente der "erste Sprung des Petroleumdestillates". Von diesem Wagen existiert allerdings nur mehr ein von Marcus signiertes und datiertes Bild.

Sein zweites, erhaltenes Fahrzeug befindet sich im Technischen Museum in Wien. Es galt lange als das erste Auto überhaupt.
Zuerst wurde es mit 1877, dann mit 1875 datiert. Neueste Forschungen haben jedoch ergeben, dass es nicht vor 1888 entstanden sein kann.

 

Porsches - das Leben eines Genies

 

Ferdinand Porsche wurde am 3. September 1875 in Maffersdorf bei Reichenberg im damaligen Böhmen als Sohn eines Spenglermeisters geboren. Er begann mit 19 Jahren bei der Firma Egger in Wien eine Lehre als Elektriker. Der Elektromotor faszinierte den 23 Jahre jungen Techniker, und er glaubte, dadurch eine ideale Lösung für den Antrieb eines Automobils gefunden zu haben, dass er Elektromotoren direkt in die Vorderräder einbaute ("Radnabenmotoren").

Das Elektromobil mit Radnabenmotoren erregte auf der Weltausstellung in Paris 1900 großes Aufsehen. Der Nachteil des Elektromobiles lag im beschränkten Aktionsradius durch das rasche Entladen der Batterien. Ferdinand Porsche entwickelte deshalb einen "gemischten" Antrieb, bei dem ein Benzinmotor einen Dynamo antrieb, der wiederum den Strom für die Elektro-Radnabenmotoren lieferte. Der Erfolg für dieses teure Automobil blieb jedoch aus.

Im Ersten Weltkrieg entwickelte Porsche den "C-Zug", ein Zugfahrzeug mit Benzinmotor (der einen Dynamo antrieb) und mehreren Anhängern mit Elektroradnabenmotoren. Mit diesem "C-Zug" gelang es, die schweren Mörser zu transportieren. Porsche erhielt 1917 von der Technischen Hochschule Wien die Würde eines Ehrendoktors verliehen.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs konstruierte Porsche für Austro-Daimler zahlreiche technisch hochstehende Automobile.
1923 schied er mit Krach von Austro-Daimler - der Firma wurden seine ständig neuen Modelle zuviel - und ging zu Daimler nach Stuttgart. Die von ihm konstruierten Mercedes-Modelle mit Kompressor-Motoren erreichten grandiose Siege in ganz Europa.

1931 gründete er sein eigenes Konstruktionsbüro in Stuttgart.

 

Das "Mercedes-Konzept"

 

Gottlieb Daimler und Karl Benz, die großen Konstrukteure und Firmengründer, die sich zeit ihres Lebens nie kennen lernten, arbeiteten zu Beginn der achtziger Jahre das 19. Jahrhunderts an ihren Erfindungen.
In Cannstatt und Mannheim - nur etwa 100 km voneinander entfernt - schufen sie mit dem ersten leichten schnelllaufenden Motor und den ersten Kraftfahrzeugen die Grundlagen für die Motorisierung des Verkehrs. Jeder hatte ein Unternehmen gegründet.
Um ihre Erzeugnisse bekannt zu machen, suchten beide nach einprägsamen Markennamen. Zunächst waren es die Namen der Erfinder selbst, "Benz" und "Daimler", die für die Qualität der Motoren und Fahrzeuge bürgten.
Doch während sich die Schutzmarke der Mannheimer Firma Benz & Cie. namentlich nicht veränderte, tauchte für die Fabrikate der Cannstatter Daimler-Motoren-Gesellschaft nach der Jahrhundertwende der völlig neue und ungewöhnliche Name "Mercedes" auf.

Wie aber kam es zu dieser Bezeichnung?
Mercedes hieß ein hübsches, kleines Mädchen, das die Lieblingstochter des in Nizza lebenden und fortschrittlichen österreichischen Großkaufmanns und Generalkonsuls Emil Jellinek war.
Zu der Tourenfahrt von Nizza 1899 meldete dieser unter dem Pseudonym "Mercedes" einen 23-PS Daimler-Rennwagen an, der dann den ersten Preis errang.
Als sich im nächsten Jahr bei einem Bergrennen mit einem Rennwagen ein tödlicher Unfall ereignete, entschloss man sich, angeregt durch Emil Jellinek und unterstützt von Wilhelm Maybach, dem Konstrukteur Daimlers, zu einer neuen Wagenkonzeption: größerer Radstand, niederer Schwerpunkt und größere Motorleistung.

Jellinek war so überzeugt von dieser Neukonstruktion, dass er 36 Wagen im Gesamtwert von 550.000 Goldmark bestellte. Damit verband er allerdings die Forderung, ihm den Alleinvertrieb für einige Länder einzuräumen; Daimler stimmte zu und war auch damit einverstanden, diese Wagen nach Jellineks Tochter "Mercedes" zu benennen.

 

 

Der Volkswagen

 

Ferdinand Porsches Leistungen faszinierten auch die neuen NS-Machthaber. 1934 beauftragte Adolf Hitler den "Altösterreicher" mit der Entwicklung eins "Volkswagens". Dieses Fahrzeug sollte den Mobilitätsansprüchen einer Familie entsprechen, "vollgasfest" auf den neuen Autobahnen und über Alpenpässe gefahren werden können und dabei aufgrund seines Preises für alle Volksschichten erschwinglich sein.

In Niedersachsen wurde eine eigene Fabrik für die Produktion des Volkswagens errichtet. Die Fabrik war zunächst für eine Jahresproduktion von ca. 50.000 Wagen pro Jahr ausgelegt. Im Laufe von 10 Jahren sollte die Produktion bis auf eine Million pro Jahr angehoben und dazu eine Stadt für ca. 90.000 Einwohner errichtet werden. Stadt und Werk erhielten später den Namen "Wolfsburg".

Ein sehr günstiger Preis

Der VW kostete damals nur 990 Reichsmark. Wie niedrig dieser Preis war, wird ersichtlich, wenn man ihn mit den nach dem Anschluss Österreichs gültigen Preisen von 2750 RM für den damals sehr populären Steyr 50/55 ("Steyr-Baby") und von 995 RM für das Motorrad puch 350 GS ("Geländesport") vergleicht.

Krieg verhindert die Auslieferung

Der Ausbruch des Krieges hatte zur Folge, dass im neuen Werk rasch entwickelte Militärfahrzeuge auf der Basis des VW, nämlich der "Kübelwagen" und der "Schwimmwagen", ein Amphibienfahrzeug mit Allradantrieb, gebaut wurden. beide Modelle bewährten sich, nicht zuletzt aufgrund der luftgekühlten Motoren, im Afrikafeldzug bei extremer Hitze und in Russland bei extremer Kälte, wodurch bereits im Krieg der Ruf der besonderen Robustheit des "Volkswagens" begründet wurde.

Ferdinand Porsche war mit seinen Ideen nach dem Ende des zweiten Weltkriegs maßgeblich am wirtschaftlichen Aufschwung Deutschlands beteiligt.

 

 

Der 1. Porsche-Sportwagen

Ferdinand Porsches Sohn, Ferry Porsche jun. schuf mit einigen Mitarbeitern in Gmünd den Sportwagen Typ 256 - das erste Fahrzeug, das den Namen "Porsche" trug. Die Höchstgeschwindigkeit der ersten Fahrzeuge des Modells 356 hatte ca. 140 km/h betragen. 1948 gewann Ing. Herbert Kaes auf dem Porsche Nr. 1 das Stadtrennen in Innsbruck und errag damit den ersten Sieg einer endlosen Serie von späteren Porsche-Erfolgen bei Rennen auf der ganzen Welt.

 

Salzburg wird zur Österreichzentrale

Unter der Leitung von Dr. Anton Piëch dem Ehemann von Louise, der Tochter von Ferdinand Porsche, wurde im Februar 1949 auf dem Gelände einer ehemaligen Pionierkaserne an der Salzburger Alpenstraße zunächst eine Reparaturwerkstätte gegründet. Nach den Anfängen in der Alpenstraße wurde im Oktober 1952 ein Verkaufslokal im Haus Franz-Josef-Straße eingerichtet. Im Mai 1957 übersiedelten Verkauf und Verwaltung in den neu gebauten "Porschehof", in der Fanny-von-Lehnert-Straße, der in der Folge mehrfach ausgebaut und erweitert werden musste.

Ferdinand Porsche jun. verstarb am 27. März 1998 im 89. Lebensjahr in Zell am See und ruht nun in Schüttdorf Seite an Seite mit seinem Vater nur 5 km vom Museum entfernt.